Lehrteam, N.A.P. ®Akademie
Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder funktionelle Beschwerden der unteren Extremität lassen sich nicht immer eindeutig einer bestimmten Struktur zuordnen. Liegt die Ursache im Bereich des Talus und der biomechanischen Funktion des Sprunggelenks? Oder spielen neurogene Einflüsse, beispielsweise durch den N. Ischiadicus, eine entscheidende Rolle? Genau hier setzt das Clinical Reasoning an: Mit gezielten Untersuchungen, einer strukturierten Hypothesenbildung und der differenzierten Betrachtung funktioneller Zusammenhänge können therapeutische Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden. In diesem Online-Seminar steht das Clinical Reasoning für die untere Extremität im Mittelpunkt. Anhand der Leitfrage „Talus oder N. Ischiadicus?“ beschäftigen sich die Teilnehmenden mit der Unterscheidung biomechanischer, funktioneller und neurologischer Einflussfaktoren. Ziel ist es, Beschwerden nicht ausschließlich anhand ihrer Lokalisation zu beurteilen, sondern mögliche Ursachen und Zusammenhänge systematisch zu hinterfragen. Talus oder N. Ischiadicus – welche Struktur beeinflusst das Beschwerdebild? Der Talus übernimmt eine wichtige Funktion bei der Kraftübertragung und Beweglichkeit des Sprunggelenks. Einschränkungen der Gelenkfunktion können sich auf das Bewegungsverhalten und die Belastungsverteilung innerhalb der unteren Extremität auswirken. Der N. Ischiadicus hingegen ist als großer peripherer Nerv an der sensiblen und motorischen Versorgung weiter Teile der unteren Extremität beteiligt. Neurogene Beschwerden können sich unter anderem durch ausstrahlende Schmerzen, Sensibilitätsveränderungen oder motorische Auffälligkeiten bemerkbar machen. Im Webinar wird erläutert, wie sich unterschiedliche Befundhypothesen entwickeln und anhand geeigneter Untersuchungsschritte überprüfen lassen. Dabei geht es nicht nur darum, einzelne Strukturen zu betrachten, sondern Untersuchungsergebnisse im Zusammenhang mit dem gesamten funktionellen Beschwerdebild zu interpretieren. Funktionelle Biomechanik und überregionale Zusammenhänge Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der funktionellen Biomechanik der unteren Extremität und ihren Verbindungen zum Becken, Beckenboden, Zwerchfell und zur Halswirbelsäule. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit der Frage, wie Bewegungsabläufe, Belastungsverteilungen und die Koordination verschiedener Körperregionen zusammenwirken. Dabei wird betrachtet, welche Bedeutung diese Zusammenhänge für die klinische Untersuchung und die therapeutische Hypothesenbildung haben können. Schnelltestung und klinische Differenzierung Wie lässt sich im therapeutischen Alltag effizient zwischen unterschiedlichen Einflussfaktoren unterscheiden? Welche Untersuchungsschritte helfen dabei, eine erste Hypothese zu bestätigen oder zu verwerfen? Das Online-Seminar vermittelt Ansätze zur gezielten Schnelltestung und Differenzierung. Die Teilnehmenden lernen, Untersuchungsergebnisse systematisch einzuordnen und daraus weitere diagnostische und therapeutische Schritte abzuleiten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Unterscheidung zwischen lokalen biomechanischen Auffälligkeiten, funktionellen Bewegungseinschränkungen und möglichen neurologischen Beteiligungen. Die Frage „Talus oder N. Ischiadicus?“ dient dabei als Beispiel für einen strukturierten klinischen Entscheidungsprozess. Befundorientierte Therapie und Fallbeispiele Aufbauend auf den Untersuchungsergebnissen werden befundorientierte Behandlungssequenzen vorgestellt. Die Teilnehmenden beschäftigen sich damit, wie sich unterschiedliche Befundhypothesen in eine nachvollziehbare Therapieplanung übertragen lassen. Diverse Fallbeispiele verdeutlichen, weshalb ähnliche Beschwerden unterschiedliche Ursachen haben können und wie eine strukturierte Befundung bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen unterstützt. Das Webinar verbindet funktionelle Biomechanik, klinische Differenzierung und therapeutische Entscheidungsfindung. Ziel ist es, das Clinical Reasoning bei Beschwerden der unteren Extremität zu vertiefen und individuelle Behandlungsstrategien fundierter zu entwickeln. Kursinhalte Funktionelle Biomechanik der UEX sowie Verbindungen zum Becken / Beckenboden / Zwerchfell / Halswirbelsäule Schnelltestung und Differenzierung für die Therapie Befundorientierte Behandlungssequenzen und diverse Fallbeispiele Zusammenfassung Talus oder N. Ischiadicus? Dieses Online-Seminar zeigt, wie Clinical Reasoning dabei unterstützt, funktionelle und mögliche neurologische Einflussfaktoren bei Beschwerden der unteren Extremität differenziert zu betrachten. Im Mittelpunkt stehen die funktionelle Biomechanik, überregionale Zusammenhänge, gezielte Schnelltests und befundorientierte Behandlungssequenzen. Anhand verschiedener Fallbeispiele lernen die Teilnehmenden, klinische Hypothesen zu entwickeln, Untersuchungsergebnisse einzuordnen und daraus nachvollziehbare therapeutische Entscheidungen abzuleiten. Bitte beachten: Dieser Kurs findet online statt. Daher ist Folgendes zu beachten: Der Kurs wird über die Plattform „Zoom“ übertragen, daher bitte im Vorfeld diese App auf den Desktop laden und sich kurz darüber informieren. Das Herunterladen der App ist ausschlaggebend für die Bildqualität des Kurses. Eine funktionsfähige Kamera wie auch ein funktionsfähiges Mikrofon muss vorhanden sein. Du musst spätestens 15 Minuten vor Kursbeginn im Warteraum sein. Praktische Inhalte können gezeigt wie auch vorgeführt werden (optisch), aber vom Referenten haptisch nicht kontrolliert werden. Die „Teilnehmer“ können sich jederzeit freischalten und ihre Fragen/Antworten in den Raum stellen. Der Referent kann während des Unterrichts nicht auf den Chat achten, daher bitten wir die Teilnehmer, das Mikrofon zu nutzen.
Alltagsbewegungen wieder selbstständig auszuführen, ist ein zentrales Anliegen der ergotherapeutischen Rehabilitation. Die propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation, kurz PNF, setzt deshalb bei bedeutungsvollen Aktivitäten an. In der Präsenzweiterbildung in Leipzig steht die Frage im Mittelpunkt, wie gezielte manuelle Unterstützung das motorische Lernen innerhalb einer konkreten Handlung begleiten kann. Ausgangspunkt ist die Verbindung von Körperfunktionen und dem, was ein Mensch im Alltag tun möchte. Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, kurz ICF, unterscheidet unter anderem Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Teilhabe. Im Clinical Reasoning wird betrachtet, welche funktionellen Voraussetzungen eine Handlung benötigt und welche individuellen Fähigkeiten bereits zur Verfügung stehen. Daraus ergibt sich eine auf Bedürfnisse und Potenziale abgestimmte therapeutische Vorgehensweise. Propriozeptive Rückmeldungen tragen zur Wahrnehmung von Körperposition und Bewegung bei. Im vorgestellten Ansatz werden Druck und Zug gezielt eingesetzt, um solche Informationen während einer Aktivität zu vermitteln. Die Hände unterstützen dort, wo zusätzliche Orientierung erforderlich ist; die aktive Ausführung bleibt bei der behandelten Person. Kursinhalte PNF-Prinzipien und -Techniken Rumpf- und Schulterblattkontrolle PNF-Muster der oberen Extremität ADL: Transfers, Stützen, Greifen, Intimpflege Fazilitation der mimischen und der Atemmuskulatur Ob beim Anziehen, bei einem Transfer oder beim gezielten Greifen: Eine Aufgabe verbindet mehrere Bewegungsanteile miteinander. Rumpf, Schulterblatt und Arm werden deshalb im Zusammenhang mit der jeweiligen Handlung betrachtet. Die PNF-Muster der oberen Extremität erhalten dadurch einen Bezug zu konkreten Anforderungen, statt ausschließlich als isolierte Bewegungsabfolge geübt zu werden. Auch das Umfeld gehört zur funktionellen Betrachtung. Die Anwendung beschränkt sich nicht auf die Behandlungsliege, sondern berücksichtigt klinische, ambulante, häusliche und sportliche Situationen. Moderne Hilfsmittel können Bewegungsabläufe und angepasste Belastungen unterstützen. Maßgeblich bleiben die Voraussetzungen der einzelnen Person und die Bedeutung der gewählten Aktivität. Motorisches Lernen verbindet wiederholtes Handeln mit passenden Rückmeldungen und der Möglichkeit, eine Aufgabe unter veränderten Bedingungen zu erproben. Das PNF-Konzept richtet den Blick dabei auf vorhandene Ressourcen. Im Mittelpunkt stehen eine möglichst eigenständige Bewegungsausführung und die Übertragung funktioneller Fähigkeiten in den Alltag.